20080121

Körperhaltung der Drei Matronen als Trancehaltung in der Ekstatischen Trance

Die Haltung der Drei Matronen

Die Aufanischen Matronen von Nettersheim



Weihestein der Aufanischen Matronen, der „Matronae Aufaniae“ von Nettersheim, Rheinisches Landesmuseum, Bonn, Foto: Andrea Wild
Rituelle Körperhaltungen und ekstatische Trance
Vorbereitung und Anleitung einer Trancehaltung
Die Haltung der Drei Matronen
Andrea Wild, Ausbildung bei Gudrun Fischer,
Erforschung der Haltung seit 12/2006

A. Die Drei Matronen und ähnliche Haltungen

Besonders viele Matronensteine wurden linksrheinisch von Köln/Bonn im ehemaligen Gebiet der Ubier, einem durch die Römer angesiedelten germanischen Volksstamm, gefunden.
Die meisten Steine stammen aus der Zeit von 100 bis 280 n.u.Z., einige Steine wurden auf 32 – 41 n.u.Z. datiert.
Die zur Zeit der römischen Besetzer geschaffenen Abbilder zeigen drei Frauengestalten in sitzender Haltung mit nach innen gerichtetem Blick oder in eine unbestimmte Weite blickenden Augen. Sie „thronen“ und zeigen dabei den ernsten gesammelten Gesichtsausdruck konzentrierten und gleichzeitig gelösten Trance-Erlebens, der auch von anderen als Rituelle Körperhaltungen erforschten Statuen in ähnlicher Haltung aus anderen Kulturen, z.B. der Frau von Baza (600 v.d.Z., Spanien), der Frau von Cholula (700 – 1300 Mexico) bekannt ist. Die Haltung findet sich auch bei einer Terrakottafigur der Aphrodite mit Granatapfel aus Zypern, 6. – 5. Jh v.u.Z., die eine Krone und einen Umhang trägt und einen Granatapfel im Schoß hält (s. Neumann, Erich: Die Große Mutter). Wesentlich ältere Zeugnisse verwandter Haltungen finden sich in den Xaghra-Twins (der Zwillingsstatuette von Xaghra des Brockdorf-Circles) aus dem neolitischen Malta und der Frau von Pazardzik, Spätneolithikum (4700 – 4200 v.u.Z., s. v Cilva, Daniel und Isabella Vella Grogory: The Human Form in Neolithik Malta).


B. Beschreibung der Matronen

am Beispiel eines Weihesteins der Aufanischen Matronen, den „Matronae Aufaniae“ von Nettersheim, aufgestellt von Marcus Massonius Vitalis zu Ehren der aufanischen Göttinnen im Jahre 218 (auf die nähere Ausgestaltung und Beschriftung der Weihesteine wird hier zunächst nicht eingegangen, s. dazu weiter unten):
Auf einer Bank sitzend drei Frauengestalten in ubischer Festtagstracht (lange stoffreiche und faltenreiche Gewänder: Unterkleid und von Gürtel gehaltener Überwurf, darüber ein von großer Fibel oder Schließe gehaltener tuchartiger Mantel), die beiden äußeren mit großen runden turbanartigen Hauben (insbesondere diese besonderen Hauben wurden den Ubiern zugeschrieben), die mittlere mit wallenden langen Haaren. Alle drei tragen Halsreifen, an denen halbmondförmige Anhänger hängen, alle drei halten einen Fruchtkorb auf dem Schoß. Fußbekleidung ist nicht zu erkennen, die Füße stehen weniger als hüftbreit auseinander mit den Fußspitzen auswärts gerichtet, so dass beide Füße zusammen eine Art Mondsichel formen.
Die Seiten der Weihesteine zeigen oft Bäume, Schlange, Kranich und Raute und eine Vielfalt von anderen pflanzlichen und tierischen Symbolen. Unterhalb der bildlichen Darstellung sind Weih-Inschriften eingemeißelt. „Weihesteine“ wurden den Matronen als Dank für empfangene Wohltaten, erfüllte Wünsche oder Schutz vor Gefahren errichtet und an den Matronenheiligtümern gestiftet, bzw. geweiht.

Bedeutung des Beinamens „Aufanische“
Es wurden bereits vor 1909 dreizehn Weihesteine an neun verschiedenen Fundorten als Aufaniensteine erkannt, inzwischen ist der Beiname „Aufania“ mehr als siebzig mal belegt, besonders in Nettersheim in der Eifel und später in Bonn wurde eine Vielzahl ausnehmend gut erhaltener und besonders klar und ausdrucksvoll gearbeiteter Aufanischer Steine gefunden.
„A-u-fania“ kommt aus dem Germanischen und bedeutet unter anderem: Ahnfrauen, Glückspinnende, Überflussgebende, Emporbringende, Öffnende. Es könnte auch der Name eines in diesem Gebiet ansässigen Clans sein, dessen Mitglieder dort, wo sie lebten, „ihre“ besonderen Schutzgöttinnen verehrten. Etymologisch erforscht bedeutet der Beiname „die Hohen“, die „Erhabenen“; au-fania bedeutet aber auch „abgelegenes Fenn/Moor“, womit auf das Venn der Eifel oder auch auf den Venusberg in Bonn hingewiesen sein kann. „afa“ weist auf Wasser, Gewässer, Quelle hin – ein Hinweis auf die Standorte der Kultstätten und Tempelbezirke, die mehrheitlich in der Nähe sich treffender Bach-/Flussläufe oder einer Quelle lagen.

Die vielfältigen an unterschiedlichen Fundorten belegten Darstellungen der Matronen weisen die oben beschriebenen Elemente so oder in ähnlicher Form auf. Gleich sind bei allen die sitzende Haltung, die auffällig geformten Hauben der beiden seitlich sitzenden und die als Jungfrau/junge Frau dargestellte Mittlere. Auf allen Darstellungen werden Attribute wie Körbe mit Früchten (Birnen, Äpfel) oder Korn/Brot, Kästchen oder Schreine (evtl. Weihrauchgefäße) oder Blume, Ähre oder Zweig im Schoß gehalten.


C. Geschichtlicher Hintergrund

1. Die Dreifache Mutter-Göttin

Das Wissen um die spirituelle Verbindung der Menschen zu einer Mutter-Göttin geht zurück bis in die Steinzeit. Die besondere Machtposition der Frau als Stammesmutter und damit auch als Priesterin /Schamanin in vorkeltischer Zeit verschmolz in den alten Stammeskulturen mit der Personifizierung der Göttin in ihren drei Aspekten.
Die Frau als Besitzerin des Bodens, der Vorräte, der Ackergeräte übertrug oder vererbte das Besitztum. Ihr gehörten auch die Kinder, während deren Väter als Kinder zur Familie ihrer eigenen Mutter rechneten. Auf diese Weise entstanden die Großfamilien, in denen die jeweils älteste Frau zu sagen hatte. Als Ahnfrau oder Urahne nahm sie eine überragende Stellung ein. Das Zeichen des Halbmondes, das sie an einem Reifen um den Hals trug, war vermutlich ein Symbol hierfür. Diese besondere Machtstellung der Frau wurde als Mutterrecht bezeichnet und ließ sie auch zur Priesterin und Schamanin oder Zauberin werden. Ihre magische Verbindung mit den verehrten Götter- und Göttinnengestalten mag auch dazu geführt haben, das Göttliche zu personifizieren und entsprechend darzustellen. (vergl. hierzu: Matronenverehrung, ein uralter Kult, von Dr. Josef Bierekoven)

In den Ackerbaukulturen oder Agrarischen Kulturen ist die Zeit eine zyklische Größe, die die Jahreszeiten, das Werden und Vergehen der Pflanzen, Tiere und Menschen umfasst. Die Erde war Mittelpunkt des Lebens und die ihr entsprechenden göttlichen Muttergestalten repräsentierten Kräfte, mit denen der Mensch in direkter Verbindung stand. Das Leben und Überleben in der Natur, die Abhängigkeit vom jahreszeitlichen Zyklus führten zu einem sehr engen Bezug, zu einer Einheit des Menschen mit seiner Naturumgebung. Aus den Körnerbauerkulturen, deren Getreidegöttinen (z.B. Demeter) die Fruchtbarkeit des Getreides gewährleisten, entwickelten sich die komplexeren religiösen Systeme, bei denen der Bezug zu den zugrunde liegenden Naturkräften spürbar ist. Nahezu überall verbreitet war eine zentrale Sonnengottheit, die die Leben spendende und alles erhaltende Kraft der Sonne repräsentierte. Mond-, Meer-, Wettergottheiten fehlen bei kaum einer späteren Religion bis in die Neuzeit hinein. Ernte- und Fruchtbarkeitsgottheiten stellen auch in modernen religiösen Systemen den Bezug zur Naturverehrung her. Die Große-Mutter-Göttin spendete das Leben und beschützte es, wachte über Tod und Wiedergeburt. In ihren vielen Gestalten wurde das Weibliche in diesen Aspekten verehrt, zunächst als die sich in der Natur selbst zeigende kosmische Göttin, die sich in Quellen, Bächen, Höhlen, Tälern, Bergen offenbarte. Mit dem Sesshaftwerden der Menschen erhielt die Große Mutter verschiedene Gestalten bis hin zu lokalen Schutzgöttinnen, die das jeweilige Siedlungsgebiet unter ihren besonderen Schutz stellten. Um solche scheint es sich bei den Matronen zu handeln. (vergl. hierzu Sophie Lange: Matronenkult und Kultplätze, Auszug aus dem Ausstellungskatalog „Matronis – Visionen zu einem regionalen Göttinnenkult)

Warum drei? – Der Drei kommt seit ältester Zeit vielfältige Bedeutung zu, bei den Kelten als heilige Zahl der drei Äpfel des Lebens und als dreigefächertes Sonnenrad (Triskeles), bei den Ägyptern 2000 v.u.Z. als Horus-Osiris-Isis-Triade, in Babylon als Ischtar-Sin-Schamasch-Dreiheit, bei den Römern Jupiter-Juno-Minerva, es gab drei griechische Moiren, drei römische Parzen, drei germanische Nornen als Schicksalsgöttinnen. Weitere bekannte Dreiheiten sind unter anderem die Aspekte „Anfang-Mitte-Ende“, „Erde-Sonne-Mond“, „Säen-Reifen-Ernten“, Überliefert sind aus Sagen, Märchen und Volksbräuchen die drei Wünsche oder auch Verwünschungen, drei Prüfungen, drei Nüsse, drei Segnungen. Die drei Göttinnen sind zwei reifere und eine jungfräuliche Frau und stehen so als Einheit für drei verschiedene Aspekte des göttlichen Wirkens. (vergl. hierzu auch Barbara Walker, die in ihren Recherchen verschiedentlich ausführt, wie die Große Göttin seit ältester Zeit als Trinität, als heilige Dreifaltigkeit insbesondere in ihren drei Aspekten verehrt wurde: als eine junge Frau, eine gebärfähige Matrone und eine alte Frau. Dieser typischen Vereinigung von Jungfrau, Mutter und Greisin entsprechen lt. Walker in Indien Parvati-Durga-Uma (Kali), in Irland Ana-Babd-Macha (die Morrigan), in Griechenland Hebe-Hera-Hekate, die drei Gorgonen, die drei Grazien, die drei Horen. Die Druiden verehrten sie als Diana Triformis.)

Zusammenfassend können die Drei Göttinnen für die verschiedenen Aspekte der Natur – Erde, Mutterschoß, Leben, Tod, Lebenskreislauf, mütterlichen Schutz stehen. Die Matronen zwischen Eifel und Rhein als besonders starke lokale Göttinnengestalten schützten das Leben, die Erde, den Lebenskreislauf in diesem Gebiet, für die dort lebenden Menschen. Sie wurden laut der überwiegen-den Zahl der Inschriften auf den Matronensteinen der Eifel, in Bonn, Köln und am Niederrhein nicht „matres“, sondern „matronae“ und „deae“ genannt, also nicht als Mütter, sondern als Matronen und Göttinnen bezeichnet. „matronae“ und „deae“ als Sammelbegriffe meinen Frauen von Stand, ehrbare Ehefrauen, Damen, Herrinnen, Gebieterinnen. In Verbindung mit „deae“ wurde die Bezeichnung „matronae“ römischen Göttinnen als Beiname gegeben oder als Anrede verwendet. (s. Gudrun Nositschka, „Gefährtinnen aus Stein“, Menge-Güthling: Enzyklopädisches Wörterbuch der lat. und dt. Sprache, 1955)



2. Die Verehrung der Drei Mütter in Westeuropa - Exkurs zu den Drei Bethen und den Madrons

Nicht nur im Rheinland fanden sich die Zeugnisse der Verehrung von den drei Mutter-Göttinnen, sondern in ganz Westeuropa zeugen zahlreiche Fundsteine mit entsprechenden Inschriften davon.
Kurz hinter der deutsch-luxemburgischen Grenze an der Straße von Vianden nach Roth erblickt man rechts auf der Felswand eine Bildgruppe der 3 Jungfrauen Fides, Spes und Caritas. Ursprünglich sollen dort die heidnischen Schicksalsgöttinnen Urd, Verdendi und Skult gewesen sein.
Unter verschiedenen Namen in der Eifel, besonders bei Bitburg, Prüm und Mayen, ist die Verehrung der drei Jungfrauen auch heute noch lebendig, so z.B. die drei Jungfrauen von Auw an der Kyll.
Auch in Worms, der keltogermanischen Hauptstadt der Burgunder, fand man bei Renovierungs-arbeiten in einer Seitenkapelle des Wormser Domes ein gotisches Steinrelief mit drei weiblichen Figuren, deren Namen vom Bildhauer eingemeißelt waren, S. Einbede, S. Warbede, S. Wilibede.
Die drei heiligen Jungfrauen im Wormser Dom: St. Embede, St. Warbede, St. Willebede (Photo Kulturinstitute Woms, Internet)


2.1. Die Drei Bethen

In Noricum, erstem Staat im Gebiet des heutigen Österreichs fanden sich Bestätigungen für die Verehrung der Drei Bethen. Diese sind dort noch heute bekannt. Bethe bedeutet „Erde“. Deshalb wurde die Erd- und Muttergöttin „Beth“ oder „Bethe“ genannt. Beten bedeutet in diesem ursprüng-lichen Sinn: die (Mutter-)Göttin anrufen. Da die Muttergöttin in ihrer Dreigestalt verehrt wurde, nämlich in der ursprünglichen Dreiheit von Sonne-Mond-Erde, offenbarte sie sich in Gestalt der drei Bethen. Diese drei hießen Ambeth, Wilbeth und Borbeth. Butter machen, Flachs spinnen, Milch, Käse und Brot sowie andere Attribute für Wohlstand und Reichtum wurden den Glück und Segen bringenden drei heiligen Frauen zugeschrieben.
Ambeth war die Göttin in ihrem Aspekt als Erdmutter, als die personifizierte jungfräuliche Erde, aber auch als die Urmutter. Die Christliche Kirche machte daraus die heilige Anna, die Mutter Marias, Patronin der Schwangeren und Gebärenden, vergl. Ortsnamen wie Annaberg, Amberg, Ambach.
Wilbeth war die Göttin als Mondmutter, in Verbindung gebracht mit der runden Mondscheibe, die ursprünglich das keimende Leben weckte. Wil bedeutet auch Kreislauf, Lebenskreis, Wiederkehr und Lebensrad, so dass Wilbeth als die Mondgöttin oder auch die Göttin des Lebens verehrt wurde.
Wilbeth wurde zur Heiligen Katharina, deren Name die Helle, die Reine bedeutet. Ortsnamen finden sich in Vilalp, Wildon s. auch Bezeichnungen wie Wildfrauenhöhle oder Wildbach.
Borbeth verkörperte die Göttin als Sonnenmutter, Perchta oder Berta oder Borbeth war die hoch oben Stehende, hell Leuchtende. Christianisiert wurde Borbeth zu Babett oder der Heiligen Barbara, s. hierzu Ortsnamen wie Borsee, Borbetomagus (später Worms) sowie viele Ortsbezeichnungen, die mit dem Osten zusammenhängen, denn dort geht die Sonne auf.
Sie schenkten das Leben, sie erhielten die Gesundheit, sie beschützten die Mütter und Kinder. Viele Mythen und Sagen gehen auf diese dreifaltige Muttergottheit zurück, z.B. die Saligen Frauen, die Ahninnen, die Spinnerinnen, die Weisen Frauen, die Percht, die Wilde Frau, drei gütige Frauen, die durch die Lande gehen, weise Ratschläge erteilen und Gaben schenken. Später wurden diese mit den christlichen Aspekten der Drei Heiligen Madl’n Anna, Katharina und Barbara vermischt.

2.2. Die Madrons – Matronen in Britannien

„Die Römer hinterließen in Britannien in Römischen Tempeln, Schreinen und Behausungen die größte Sammlung von nährenden Mutter-Gottheiten. Viele dieser Göttinnenfigurinen sind in dreifacher Form gestaltet, scheinen nicht für die drei Aspekte „Jungfrau-Mutter-Alte“ zu stehen, aber gewöhnlich bestehen sie aus drei einander ähnlichen Figuren, jede Symbole der Erdfrüchte oder Variationen des Themas „Ernährung“ haltend, so auf einem Relief von Lincoln, in eine Wand im unteren Teil der Stadt gebaut, es zeigt die sitzende dreifache Göttin, jede der drei sitzt in einer Bogennische, hat ihre rechte Hand in ihrem Schoß und hält mit ihrer linken Hand einen Gegenstand auf ihrem Schoß: eine einen Korb mit Früchten, die zweite ein kleines Tier oder ein Kind, die dritte ein Bündel Korn.
Verschiedene Reliefs der Drei Mütter sind aus Cirencester in Gloucestershire. Auf einem tragen sie Schüsseln oder Körbe, die linke mit drei langen Laiben Brot, die mittlere mit Äpfeln und die rechte mit vier Äpfeln und drei Kornbündeln. Auf einem anderen Relief sitzen sie auf einer Bank und halten ein Baby, Kuchen und Früchte. Aus Carlisle stammt ein Relief von drei sitzenden Matres, eine hält einen Brotlaib (es könnte auch ein sakrales Messer sein) gegen ihre Brust, eine ein rundes Objekt, das einen heiligen Kuchen darstellen könnte, die dritte eine Pflanze - alles zeremonielle Attribute der Erd-Göttin. Eine andere Darstellung kommt von Fort Augustus in Invernesshire, alle drei sind gleich gekleidet, die linke eine Frucht und einen Weidenkorb voller Korn, die rechte eine Frucht und einen viereckigen Korb, die Mittlere ein großes Bündel Trauben haltend, das über ihren Schoß hinaus bis fast auf ihre Füße hinunterhängt: Symbole für Fruchtbarkeit und Gebärfähigkeit der Erd-Göttin. Weitere Darstellungen zeigen die Mütter mit Wasser-Attributen, zumeist im Kontext mit der Repräsentation von Wasser mit besonderer Bedeutung, z.B. an der Coventina’s Well (Quelle) am Hadrianswall. Dass es auch in Britannien kaum Funde aus vorrömischer Zeit gibt, lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass auch hier die Bevölkerung keine Bildnisse ihrer Göttinnen anfertigte, weil diese in der Natur verehrt wurden. In Irland, wo große Teile des Landes nie von Römern berührt wurden, fand man keine Reliefs oder Figurinen. Madron als Mutter-Göttin der „Welsh Triads“ wurde christianisiert in die walisische Heilige Madrun, ethymologisch mit der cornischen Göttin Madron identisch.“ (Cheryl Straffon, The Earth Goddess, Celtic and Pagan Legacy of the Landscape)

“Three Matrons”, Cirencester in Gloucester, England
Foto: Michigan Pagans “Historic Triple Goddess”

3. Geschichte der Matronensteine

Das Volk der Ubier, keltische Ansiedlungen und die römischen Legionäre waren die zur Zeit der Entstehung der Weihesteine im Fundgebiet Lebenden. Die damaligen Bewohner des Landes haben dem Matronenkult Gestalt und Form verliehen. Daher zunächst ein Überblick über die Menschen, die zur Zeit der Entstehung der Matronensteine die Matronen verehrten und mit ihnen lebten:
Nach einer anfänglichen Niederlage im Jahre 55/54 v.u.Z. vernichtete Cäsar den im heutigen Eifelgebiet ansässigen Stamm der Eburonen. Viele Zeugnisse keltischen Lebens waren mit einem Schlag ausgelöscht. Erst mit einer Neubesiedlung seit dem Jahr 38 v.u.Z. durch die germanischen Ubier aus dem Neuwieder Becken war wieder ein normales Leben und die Wiederausübung alter religiöser Vorstellungen auch der wenigen den Vernichtungsschlag überlebenden Eburonen möglich. Die römische Besatzungsmacht duldete zunächst und übernahm später die Verehrung der Drei Göttinnen durch die keltisch/germanisch/ römische Mischbevölkerung, machte diese schließlich in den Matronensteinen sichtbar.

Aufgrund von Münzfunden (Dünsbergmünzen und kölnische Ubiermünzen weisen eine ähnliche Ikonographie auf) lässt sich der Schluss ziehen, dass die Ubier ursprünglich aus dem heutigen Hessen kamen und ihre Hauptstadt der heutige Dünsberg bei Giessen gewesen sein könnte. Erstmalig wird der Stamm von Caesar in seinen „commentarii de bello gallico“ im Zusammenhang mit den Wanderungsbewegungen der Westgermanen erwähnt. Das Volk der Germanen oder der Kelten gab es so nicht, es war eher eine große Zahl von verschiedenen Stämmen und Sippen.
In ihrem ursprünglich zwischen Rhein, Main und Westerwald besiedelten Gebiet waren die Ubier von dem Stamm der Sueben bedrängt und diesem lt. Cäsars Überlieferung auch tributpflichtig, so dass sie sich 55 v.u.Z. zum Schutz vor den Sueben unter römischen Schutz stellten. Sie wurden schließlich von Agrippa (39 v.Chr. Statthalter von Gallia transalpina) am Westufer des Rheins auf ehemaligem Eburonenland angesiedelt, woraus die ursprünglichen Siedlungen der heute zu Städten gewachsenen Orte wie Neuss und Bonn und insbesondere Köln entstanden sind (in Köln finden sich viele Straßen- und Ortsnamen, die darauf hinweisen, z.B. Ubierring). Es gab dort aber noch keltische Siedlungen, so dass sich die Ubier nicht nur mit den römischen Legionären, sondern auch mit den keltischen Stämmen vermischten. Durch das Schutzverhältnis zu den römischen Besatzern und den Handel mit anderen germanischen Stämmen entwickelte sich im Siedlungsraum der Ubier eine Mischkultur aus den germanischen Stammeskulturen, den keltischen und den römischen Einflüssen. Aufgrund des mit den Römern geschlossenen Friedensvertrages konnten die ubischen Siedlungen sich entwickeln und wachsen. Die Ubier lernten Latein und übernahmen große Teile der römischen Kultur und Wissenschaft.
Mit der Eroberung der Gebiete durch die Römer wurden die drei bis dahin nicht abgebildeten, weil ausschließlich in der Natur und in ihren Naturaspekten verehrten Muttergöttinnen von den römischen Besatzern in Stein verewigt und als „Matronae“, „matres“ oder „matrae“ benannt.

Eine besonders hohe Zahl von Matronensteinen wurde im alten Ubierland, der heutigen Eifel gefunden, damals eine große römische Legion. Dort hat man 1929-30 unter dem romanischen Münster einen Matronentempel entdeckt und etwa 30 in die Grundmauern der heutigen Kirche eingelassene Weihesteine gefunden, weitere im Bonner Münster. Ein Teil befindet sich heute in den Landesmuseen Bonn und Trier, andere sind an ihren Fundorten verblieben bzw. in die Heimatmuseen übernommen worden. Es wurden mehr als 400 Steine gefunden, die zum größten Teil aus der Zeit von 100 bis etwa 280 n.u.Z. stammen. Vereinzelte Steine reichen in die Regierungszeit des römischen Kaisers Caligula (32 bis 41 n. Chr.) zurück. Von den über 60 Fundstellen im Rheinland liegen 6 an Erft und Swist, 24 zwischen Erft und Rur nördlich Nettersheim und Pesch bis etwa nach Liblar, 10 im Umkreis von Jülich. Auch in Frankreich (Autun, Nuits) wurden einige Steine gefunden.
Keine bisher gefundene Literatur des Altertums, auch nicht die römische, berichtet darüber.
Die Steine bestehen meistens aus leicht zu bearbeitendem hellem Kalkstein oder gelbem und rotem Sandstein. Viele haben eine Höhe von etwa 70 cm, sind 50 bis 60 cm breit und bis zu 20 cm dick. Manche zeigen nur eine eingemeißelte Inschrift, andere außerdem noch eine plastische bildliche Darstellung. Aus dem Inschriftentext in lateinischer Sprache ersieht man, dass es sich vielfach um die Erfüllung eines Gelübdes handelt (z.B.: „Den Aufanischen Matronen, von … , für sich und die Seinen, gerne und nach ihrem Verdienst“) und dass die Steine den Göttinnen - deabus oder den Müttern – matronis - geweiht waren. Drei verschiedene Benennungen wurden gefunden: matronae, für Stammes-/Sippenmutter, matres, lateinisch für Mütter, und matrae, vom keltischen matar - Mutter.


Das Matronenheiligtum auf der Görresburg


Matronenheiligtum Görresburg Foto


Seit 1909 wurden Ausgrabungen vorgenommen, die Erkenntnisse über diesen Tempelbezirk erbrachten: es handelt sich um einen gallo-römischen Tempelbezirk, daneben befand sich ehemals eine römische Siedlung, auf das 2. - 4. Jahrhundert datiert. Drei kleinere Bauwerke (sog. »cellae«). werden von einer Umfassungsmauer umschlossen; ein sog. „Umgangstempel“, der der Verehrung der Aufanischen Matronen diente. Wie bedeutsam die Matronenverehrung für die Römer war, beweisen die 40 Inschriftensteine, die hier gefunden wurden. Aus den Inschriften wurde entnommen, dass die Weihesteine von den Angehörigen einer römischen Polizei-Station gestiftet wurden.
Die übersetzten Inschriften der drei Gedenksteine lauten (es handelt sich um Abgüsse, die Originale befinden sich im Rheinischen Landesmuseum Bonn):
»Den Aufanischen Matronen hat Marcus Pettronius Patroclus, Straßenpolizist im Stabe des Statthalters, zum zweiten Male auf Posten, sein Gelübde gerne und nach ihrem Verdienst eingelöst.«
»Den Aufanischen Matronen hat Gaius Lucretius Fatius, Straßenpolizist im Stabe des Statthalters, gerne und nach ihrem Verdienst sein Gelübde eingelöst.«
»Den Aufanischen Göttinnen für das Heil des unbesiegten Kaisers Antonius hat Marcus Aurelius Agripinus, Straßenpolizist im Stabe des Statthalters, sein Gelübde gerne und nach Ihrem Verdienst eingelöst.


Der Matronentempel in Nöthen / Pesch« war in vorrömischer Zeit ein Baumheiligtum. Gegen Mitte des 1. Jahrhunderts entstanden jedoch die ersten, 100 Jahre später weitere steinerne Bauwerke zu Ehren der Matronae Vacalinnehae. Um 330 baute man das Heiligtum zu einer großen, prächtigen Anlage (Umgangstempel, Festplatz und Basilika sowie weitere weitläufige Anlagen) aus, die fortan zur Wallfahrtsstätte wurde. Die vacallinehischen Matronen waren wie auch die Aufanischen Matronen Schutzgöttinnen. Haus und Hof und die Früchte, die die Natur schenkte, bekamen ihren Segen, standen unter ihrem Schutz. Bei in der Zeit des 1. Weltkrieges vollzogenen Ausgrabungen wurden viele um ca. 450 n.u.Z. zerschlagene Weihesteine gefunden. An diesem Matronenheiligtum befindet sich heute auch ein Abguss des Weihesteins der Aufanischen Matronen von Nettersheim.


Matronentempel in Nöthen/Pesch - Foto

Das Ende der Matronensteine vollzog sich mit der Vernichtung heidnischer Glaubenszeugnisse mit fortschreitender Christianisierung. Auf dem Land setzte die Christianisierung gegen Ende des 6. Jahrhunderts ein. Dabei wurden die heidnischen Götterbilder vernichtet. Man schlug ihnen die Köpfe ab oder zertrümmerte die Gesichter. Dieses Schicksal erfuhren auch die Matronensteine.
Der Schlag ins Gesicht oder die Zertrümmerung des Kopfes sollte den alten Götterkult zerschlagen. Er reichte aber nicht aus, auch den Matronenkult zum Erliegen zu bringen. Die Bezeichnung Matronen in ihrer ursprünglichen Bedeutung ist zwar verschwunden. Ihre Weihealtäre wurden zum größten Teil zerstört oder von den Franken als Grabumrandungen und Baumaterial benutzt. Doch bald schon tauchten wieder drei Frauengestalten auf, nämlich als Heilige in den christlichen kleineren Kapellen und Filialkirchen. Die christliche Kirche hat diesen Frauengestalten Namen gegeben und sie als „Fides, Spes und Caritas (Glaube, Hoffnung und Liebe)“ weitergeführt. Nach der Legende hießen so die drei Töchter der hl. Sophia (Weisheit), die im Alter von 12, 10 und 8 Jahren unter Kaiser Hadrian (117 - 138) für ihren Glauben starben. Wir finden sie auch heute noch in manchen Eifelorten, vor allem aber in ihrem Hauptzentrum Köln und im Jülicher Land.
Wie Sophie Lange in ihren Ausführungen „Göttliche Matronen, heilende Marien und sagenhafte Juffern“ darlegt, lebten die drei Matronen nach der Zerschlagung ihres Kultes als die drei Juffern in Sagen und Geschichten weiter. Während heute der Begriff „Juffer“, falls er überhaupt noch genannt wird, eher abfällig für „alte Jungfer“ gebraucht wird, waren die Juffern in den Sagen sehr starke, selbstbewusste, mit magischen Kräften ausgestattete Jungfrauengestalten, u.a. bekannt im Gebiet zwischen Eifel und Rhein; es zeigte sich vielfach eine örtliche Übereinstimmung mit den Orten, wo Matronenweihesteine gefunden wurden.
4. Bekleidung und Attribute der Matronendarstellungen

Die besondere Tracht, die von den ubischen Frauen bis in die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts
n.u.Z. getragen wurde, bestand aus der auffälligen großen Haube der verheirateten Frauen,
und dazu aus einer Bekleidungs-Ausstattung, die es so im keltischen Raum nicht gab. Dazu gehören verschiedene Gewänder, Umhang und Schmuck. Anhand der römischen Abbildungen ließ sich die Bekleidung wie folgt rekonstruieren (Giesler, Friedrich: „Das Opfer der Ubierinnen“ RheinZinn2-2003):

Zuunterst wurde ein langärmliges Hemd getragen. Davon waren nur die Enden der Ärmel mit dem Umschlag sichtbar. Darüber wurde ein Obergewand angezogen: ein sehr langer, etwa in Beinlänge noch über die Füße hinausreichender Chiton, auf der Hüfte gegürtet und dann so hoch gerafft, dass der Saum als Bausch auf die Füße reichte und durch die Gürtung bis auf Höhe der halben Wade fiel. Zwischen Hüfte und Wade lag der Stoff also dreifach, wodurch die weibliche Körperform unterstrichen wurde. Dieser Chiton war sehr weit und lang, es ergaben sich beim Gürten sogenannte Scheinärmel. Anschließend wurde das Gewand ein zweites Mal mit einem breiten Band in der Taille gegürtet, dieses wurde vermutlich auf dem Rücken geknotet oder mittels Fibeln befestigt. Darüber gehörte der Umhang, mit halbkreisförmigen Schnitt und einem Durchmesser von etwa drei Metern. Die meisten Skulpturen und Reliefs zeigen ihn über die Schultern gelegt und unter der Brust mit einer großen Spange (Fibel) geschlossen, den Rand am Hals schalartig umgelegt.
Die runde hohe Haube war das auffälligste Kleidungsstück. Um den Kopf wurde sie mit einer Schnur festgezogen; eine andere Erläuterung erwähnt als Material gestärktes Leinen, durch einen elastischen Zweig oder ähnliches gehalten, am Kopf befestigt durch zwei Schnüre mit Tunnelzug an Stirn und Hinterkopf. Unverheiratete junge Frauen und Mädchen trugen das Haar offen, auf die Schulter fallend.
Zu der Tracht gehörte auch charakteristischer Schmuck. Neben den großen Bügelfibeln zum Zusammenhalten des Umhangs sind häufig Halsreifen mit Anhängern in Form von Halbmond und Efeublatt zu sehen. Die halbmondförmigen Anhänger weisen ebenso wie die Hauben und auch die Fußstellung auf die besondere Beziehung zum Mond, zum Mondzyklus als sichtbarem Zeichen der Lebensrhythmen hin. Weibliche Intuition, Lebenskreislauf und Leben nach dem Tod sind mit dem Mond verbundene Bedeutungen.
Sie halten Körbe oder Schalen mit Früchten, dies sind insbesondere Äpfel und Birnen. Äpfel stehen in den verschiedenen Kulturen als Sinnbilder des Lebens und der Unsterblichkeit, bei den Kelten für Spirituelles Wissen und Weissagen. Birnen stehen für das aus dem Tod hervorgehende neue Leben, für den Leib der schwangeren oder gebärenden Frau und für die Süße des Lebens. Auf anderen Darstellungen halten die Matronen Körbe mit Brot und Getreide. Das Getreide in Teig und dann in Brot zu verwandeln war als Gabe der Göttinnen ein heiliger Prozess; das Brot, wichtigstes Nahrungsmittel, steht symbolisch auch für spirituelle Nahrung, für Leben und Geburt. Das Getreide symbolisiert Wachstum und steht für reiche Ernte.
Weitere Attribute, oft auf den Rück- oder Seitenansichten der Weihesteine abgebildet, sind:
Das Schwein – heiliges Tier, Opfertier, Muttersau als Lebensspenderin, Fruchtbarkeitssymbol
Der Kranich – verkörpert als Zugvogel Wiederkehr und Wiedergeburt, Lebenskreislauf
Füllhorn mit Früchten und Ähren – Überfluss, Reichtum und Wohlstand
Pinienzapfen – Fruchtbarkeitssymbol, ewiges Leben
Granatapfel – Symbol für die junge, unverheiratete Frau bei den Römern – aus der Mythologie abzuleiten sind die Bedeutungen Reifen, Wandlung, Wahrsagen, Entscheidung
Baum, Zweig – Fruchtbarkeit, Leben, Schutz, Wiedergeburt, Sitz der Göttin, heilig, Stammes-Baum
Vögel – Verbindung zum Himmel, Symbol für geistige Erkenntnis, Entwicklung
Schlange – Unendlichkeit, Erneuerung, Wiedergeburt, Weisheit, Würde, Hüterin des Wissens



Baum auf der Rückwand eines Matronensteins aus Bonn Füllhorn auf der Seitenansicht in Nettersheim

D. Herleitungen und Deutungen in Bezug auf die Dreiheit, die Attribute und deren Symbolik

Die Haube war das Attribut der verheirateten Frau. Derartige Hauben trugen die verheirateten und die verwitweten Ubierinnen in Köln und dessen Umgebung. Die Kopfbedeckungen könnten somit als Zeichen für die besondere Macht, die Würde, die Weisheit, Lebenserfahrung und Ehrwürdigkeit der Frauen stehen. Eine weitere Darstellung bezieht sich auf die (runde) Form der Hauben und zieht die Parallele zu der runden Form von Sonne und Mond. Dazu kommt als Pendant zur Erde – deren runde Form noch nicht erkannt war - die dritte, junge, fruchtbare, in der Mitte gescheitelte Frau.

Bereits in der jüngeren Altsteinzeit - zwischen 32.000 und 10.000 v. Chr. – hat die drei in einer, die eine in dreien eine Gestalt erhalten, wurde in matriarchalen Kulturen ge- und erlebt. In den Clans oder Großfamilien, in denen die älteste Frau als Ahnfrau oder Urahne eine überragende Stellung einnahm und das Zeichen des Halbmondes, an einem Reifen um den Hals als Symbol für ihre Machtstellung, ihr Mutterrecht, trug, wurde die Muttergottheit zunächst in der Natur verehrt, in heiligen Hainen und Gewässern, Sümpfen und Mooren, in Bäumen und Naturerscheinungen, später dann personifiziert durch die Frau - oder Matrone - dargestellt. Die bisherigen Deutungen gehen davon aus, dass erst mit der Übernahme des Kultes der dreifachen Göttin durch die Römer die Darstellung an Personen gebunden wurde. Dass die Römer den von ihnen verehrten Matronae Weihesteine schufen, bedeutet jedoch nicht, dass es zuvor keine Personifizierung der drei Göttinnen gegeben hat. Die Verehrung der Dreifachen Göttin könnte durchaus dazu geführt haben, dass heilige oder weise Frauen, die Stellung der Göttinnen eingenommen haben, um diese in der Personifizierung für die Menschen erfahrbar und erlebbar zu machen. Sie traten als thronende würdige Königinnen auf, als Mutter- bzw. Allmutter-Gestalten, die den Suchenden, Kranken, Hungerleidenden und vielfältig Bedürftigen eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit der göttlichen All-Mutter boten. Ähnlich wie bei den Priesterinnen unterschiedlichster Kulturen finden wir möglicherweise hier eine Form der Trance oder der zeitweiligen „Übernahme“ durch eine göttliche Energie. Ein Indiz für diese Auslegung ist die bei den Matronen-steinen sehr detailliert dargestellte, aus Untergewand und Umhang bestehende Kleidung, Spangen, Säume, usw., die bei den unterschiedlichen Steinen auch verschiedene Details aufweist. Sie legen in ihren Abweichungen die Vermutung nahe, dass verschiedene Dreiergruppen von tatsächlich präsenten würdigen Frauen die Göttinnen verkörpert haben könnten.



E. Die Trance-Haltung der Drei Matronen
Nachbildung aus Kunststein, erworben im Frauenmuseum, Bonn, Foto: A. Wild

Beschreibung der Haltung, Auswertung: Aspekte der Haltungen im Zusammenhang mit dem Fokus des Trancerituals, Bekleidung, Beeinflussung der Trance durch die Attribute, Schwerpunkte, Fazit

1. Beschreibung der Haltung:

(eine der drei Positionen auswählen und die Haltung entsprechend einnehmen)
Sitzend auf einer Bank oder Stuhl in einer Sitzhöhe, die eine 90-Grad-Stellung der Knie und Kontakt der ganzen Fußsohlen mit dem Boden ermöglicht. Das äußere Bein der außen Sitzenden jeweils leicht vorgestellt und dadurch leichte Ausrichtung zur Mitte hin (die Mittlere hat das rechte Bein ganz leicht vorgestellt, sitzt jedoch gerade nach vorn ausgerichtet), dadurch bildet die Dreiergruppe eine angedeutete Halbmondform. Die Füße stehen – der jeweils äußere Fuß entsprechend ebenfalls leicht vorstehend, bei der Mittleren ist es der rechte Fuß – mit den Fußspitzen nach außen gerichtet, die Fersen eng zusammen ohne sich zu berühren, die Füße bilden so einen Halbmond. Rücken gerade, Kopf aufrecht in Verlängerung der Wirbelsäule, Lippen locker geschlossen und weich, nicht angespannt, Augen geschlossen.
Tipp: Es spricht nichts dagegen, zur Unterstützung des geraden Sitzens eine Rückenlehne zu verwenden, ggf. kann mit einem kleinen Kissen der Lendenwirbelbereich gestützt werden.
Die Hände halten im Schoß auf den Oberschenkeln ruhend einen Korb (Durchmesser 20 – 25 cm), von beiden Armen entspannt (nicht durchgestreckt) umfangen und seitlich vorn von den Händen gehalten. Die Daumen ruhen dabei auf dem oberen Korbrand, die Finger liegen nebeneinander und weisen schräg nach unten (also nicht mit den Fingerspitzen zueinander zeigend). In diesem Korb können Früchte, Getreide, Brot o.ä. sein. Er kann auch leer gehalten werden. Arme und Hände können auch offen gehalten werden, ohne Korb oder Schale.
Zusätzlich kann die Trance durch folgende Attribute unterstützt werden: auf dem Kopf kann (von den außen Sitzenden) eine Haube und um den Hals kann ein Halbmond-Anhänger getragen werden, um die Schultern ein Tuch/Umhang, vorn von einer Sicherheitsnadel o.ä. zusammengehalten.


2. Drei oder Eine? – Die Trance in der Gruppe oder allein – Fokus der Trance-Reise

Mit der Haltung der Drei Matronen kann eine konkrete Fragestellung oder ein Focus der Trance verbunden werden. Wird die Haltung ohne besonderen Focus eingenommen, so zeigen sich die verschiedenartigsten Bilder/Erlebnisse, die ganz allgemein den Schwerpunkten Lebenskreislauf, Schutz und Heilung zuzuordnen sind. Dies kann eine stärkende und energetisierende oder anregende/ausgleichende Wirkung haben.
Durch die Fokussierung auf eine Frage oder ein Thema bietet die Haltung die Möglichkeit, das Trance-Erleben auf einen bestimmten Aspekt der Drei Matronen auszurichten. – Im Zusammenhang damit ist es für eine Einzelperson sinnvoll, dementsprechend die Wahl der Sitzposition zu treffen. Für eine ganze Gruppe bietet sich hiermit die Möglichkeit, Trance-Erleben zu einem bestimmten Thema aus den verschiedenen Aspekten der Drei zu erhalten.
Nach den bisherigen Erfahrungen scheint die (aus Sicht der Sitzenden) rechts sitzende Gestalt zum Thema „Heilung“ und „Nahrung, Ernte, Reife“, die Mittlere zum Thema „Geburt, Frucht, Jugend“ oder „Anfang und Neubeginn, Kreativität oder neues Projekt“ und die links Sitzende zum Thema „Antwort auf Fragen, Weiser Rat, Alter“ oder „Seelen-Kontakt, Verbindung zu den Ahnen und Ahninnen“ besonders präsent zu sein. Es besteht somit die Chance, zu einer komplexen Frage oder Problematik eine „dreifaltige“ Antwort oder drei Aspekte zu erfahren/erleben/erhalten.
Insbesondere unter dem Blickpunkt, dass die drei Göttinnen „das Land beschützen“ und damit eine allumfassende Verantwortung für Land und Menschen verkörpern, ist die Möglichkeit für Botschaften oder Antworten gegeben, die eine Gruppe, ein Volk, eine Gemeinschaft betreffen.
Dass die Rituellen Körperhaltungen und die damit verbundene ekstatische Trance Heilungsprozesse fördern und dass viele Haltungen im weitesten Sinn mit dem Ziel der Heilung eingenommen werden, ist bei dieser Haltung möglicherweise von besonderer Bedeutung. Die Heilerin, die Lebensspenderin, die weise Ratgeberin kann tiefe Erlebnisse schenken, wenn der Kontakt achtungsvoll und mit klarer Absicht erfolgt. Ähnlich wie bei verschiedenen Wahrsage-Haltungen (Wahrsager v. Tennessee, Dame von Cholula) kann eine sehr persönliche Begegnung ein möglicher Schwerpunkt der Trance sein.
Es kann aber auch für die Person, die eine Trance mit den Drei Matronen macht, wichtig sein, alle Aspekte zu erfahren, und hierfür bieten die Matronen eine sich von den übrigen Haltungen unterscheidende Möglichkeit, das Erleben in der Begegnung mit allen dreien: Es gibt durch sie immer drei Sichtweisen, drei Positionen, drei Standpunkte. Was war, was ist und was sein wird. Vorn, hinten und seitlich. Rechts, Mitte, Links. Zusammenfügen aller drei ergibt eine umfassende Antwort. Die Haltung ist deshalb nach den bisherigen Erfahrungen als Wahrsage- und als Heilungsprozesse fördernde Haltung einzuordnen. Auch Kontakt zu den Ahnen kommt als Schwerpunkt in Betracht.


3. Bekleidung und Zubehör

Es kann von Bedeutung sein, die Bekleidung beim Einnehmen der Haltung je nach Möglichkeiten und Anliegen an der besonderen Gewandung der Matronendarstellungen zu orientieren. Locker fallende Kleidung wählen, zusätzlich kann die Trance-Erlebnisse verstärken bzw. unterstützen:

§ Haube andeuten durch eine locker sitzende Mütze oder Baskenkappe o.ä., oder ein weißes großes Handtuch turbanartig um den Kopf wickeln
§ ein Halsschmuck: Halbmond aus Filz oder Pappe ausschneiden und mit Band befestigen.
§ einen Korb oder eine Schale im Schoß halten
§ einen breiten Schal als „Umhang“ umlegen, der ggf. mit Sicherheitsnadel (der Fibel) über der Brust befestigt wird.

Auf den Abbildungen sind die zwei seitlich Sitzenden der drei Frauen mit großen runden Ubierinnen-Hauben bzw. die Mittlere mit langem mittelgescheiteltem Haar und alle drei zumeist mit im Schoß gehaltenen Körben oder Schalen voller Früchte, oft Äpfel oder Birnen, zu sehen. Welche Bedeutung haben diese Attribute in der Trance-Haltung?

1) Korb auf dem Schoß gehalten: Was im Schoß gehalten wird, kann den Focus des Trance-Erlebens unterstützen. So sind leere Hände als Schale geformt oder ein leerer Korb die Einladung für das, was sich gerade zeigen möchte, und es kommen Antworten und Bilder zu einem bestimmten Thema oder zu Fragen. In einem Korb oder einer Schale gehaltene Äpfel oder Birnen unterstützen die Themenbereiche Ernähren, neues Leben, Lebenskreislauf, Fruchtbarkeit. Geben und nehmen, Ernten, Dankbarkeit, Fülle sind Aspekte, die durch Körbe mit Früchten verstärkt auftauchen.

2) Hauben: Die Hauben können zum einen Erlebnisse von Wissen, Würde, Weisheit vermitteln. Die Mittlere hingegen hat den Kopf frei, Klarheit und Strukturen wurden erwähnt. In einer Trance wächst etwas aus ihrem Kopf. Aspekt des Gebärens, hier: Fruchtbarkeit der Inspiration und des Geistes.
Es zeigten sich aber auch die Verstärkung von Gefühlen wie Geschützt-Sein, Wärme, Geborgenheit. Etwa ein Drittel berichtete, sie haben keinerlei Bedeutung der Haube wahrgenommen.

3) Mondsichel-Anhänger: vermittelten ein „Ausersehen-Sein“, Gefühl von Schönheit und Würde (2 x)

4) Es wurde in einigen Trancesitzungen der Umhang (ein großes Tuch, vorn auf der Brust mit einer Sicherheitsnadel, der Fibel, zusammengehalten) dazu genommen. Hier wurde von allen (!) das Erleben von Schutz, Wärme, Umarmung genannt.

19 von 39 Haltungen erfolgten mit Umhängen und Hauben, 6 Haltungen zusätzlich mit Mondanhängern.


4. Auswertung - Erfahrungs-Schwerpunkte

Die Haltung wurde anhand von 40 Trance-Sitzungen ausgewertet. (70 % in einer oder mehreren Dreiergruppen, 15 % zu zweit, 15 % in Einzeltrancen). Es zeigten sich bisher folgende Schwerpunkte:

körperlich: Wärme oder Hitze im Bauch, im Schoß, den Händen, Kribbeln in Händen und Füßen, Pulsieren

Bewegungsbilder u. -impulse: Spiralen, Kreisen, nach vorn od. zur Seite „Kippen“ , Schweben, Fliegen
sich als Figur fühlen, versteinern, tiefes Insichruhen, Teil einer wichtigen Ein-/Dreiheit, sich älter fühlen

Bild-Erleben: Licht, Weite, weite Landschaft, Wald und Felder, auf Berg sitzend in die Ebene schauen
Wasser, reinigendes schwarzes Wasser, dunkles Wasser, Dunkelheit, in die Erde gehen, mit Erde verbinden, Samenkorn, Wachsen, Blühen, Blätter, Ernte, Obst, Getreide, Früchte, insbes. Äpfel, Pflaume und Weintrauben, Weltesche, Weltenbaum, Füllhorn, Perlen, Lebenskreislauf, aufblühende und wieder welkende Blume, gebärende Wildsau, suhlende Wildsau, Kuh, wechselnde Jahreszeiten, Regen – Sonne – Wind

Tiere: Schlange, Raben, Wildschwein, Frischlinge, Eule, Schwan, Flamingo, Gänseschnabel

Besondere Themenschwerpunkte: Etwas wünschen dürfen, geben, verschenken, Gaben verteilen, Dank, Antwort auf Fragen, persönliche Botschaft, Begegnung mit Ahnen/Ahninnen, Verbindung mit verwandten Personen, Schutz und Geborgenheit, Lebenszyklus durchlaufen, Reifungsprozess, Zufriedenheit spüren, Vollbrachtes bewachen, Stolz, Strenge und Güte spüren, Reinigung, Transformation, Loslassen, Stille und Leere angenehm spüren

geistig u. körperlich nach der Trance: Klarheit, Wachheit, Ruhe, Frieden, Zufriedenheit
und zum Teil auch starke Energetisierung, starke Emotionen, Lösung von Anspannung.

Besonders intensives szenisches Erleben: Am Feuer tanzende Frauen, im Sternenhimmel tanzende Frauen, weißgekleidete schwebende Frauen, Frauenkreis, Weihe für den Herrscher des Landes, Auserwählte für den Drachen, Heiliger Opferdienst, Frauen bewegen gemeinsam eine Töpferscheibe, formen eine Kugel, rühren goldenen Honig, weben Goldgewebe. Auch Bilderleben als Steinfigur, sich in der Landschaft stehend oder unter der Erde ruhend als Steinfigur spüren.

Die Eifellandschaft, von der „Görresburg“ aus betrachtet
Foto


5. Auswertungen der Trance-Erfahrungen hinsichtlich der Sitzposition:

Die Mittlere: Geburt, alles was geboren, geschaffen, erschaffen werden soll, neues Leben, neue Projekte, neue Pläne, für das was kreativ und mit Schaffenskraft neu entstehen soll, für den Antrieb und die Ermutigung. In ihrem Korb entsteht das neue, Wünsche können hier hineingelegt werden, Samen können keimen und wachsen, sie schenkt Kraft und neues Leben, ist Gebärende und Amme zugleich. Neues, Ideen, Visionen, für Klarheit und Strukturen. - Aspekte der Göttin Ambeth als Erdmutter, als die personifizierte jungfräuliche Erde, aber auch als die Urmutter.
Auffällig ist in der Position der Mittleren ein Bewegen durch eine Art Tunnel, Licht-Tunnel, auch: Spiralförmiger Tunnel; Aufwärtsbewegung, Schweben, Spiralbewegung (in verschiedenen Trance-Erfahrungen verschiedener Personen).

Die rechts Sitzende (vom Betrachter aus die linke): Nahrung, Versorgung, auch Heilung, Lebenswünsche und deren Erfüllung, sie nährt und tröstet, umarmt und heilt. In ihrem Korb ist das Lebenserhaltende zu finden, Krankheit und Ängste können hineingelegt werden, sie spendet Trost und Hoffnung, Fülle und Gaben. Mutter und Heilerin. Ihr Kopf ist umgeben von der großen Haube, die das jahrtausendalte Frauen-Wissen behütet. - Aspekte der Borbeth (die Göttin als Sonnenmutter, die hoch oben Stehende, hell Leuchtende) Erlebnisse des Gebens und Verteilens, Liebe, Güte

Die links Sitzende (vom Betrachter aus die rechte): Wissen und Würde; Antworten auf Fragen, Ratschläge, anderer Blickwinkel. Sie sieht den Weg des Menschen, den weiten Weg des Lebens jedes einzelnen, sie sieht die Dinge so, wie sie sind. In ihrem Korb ist Weisheit, es können Fragen und Sorgen hineingelegt werden, sie schenkt Rat und klare Antwort. Ihre Haube hütet die königliche Würde und die Weisheit der Weisen Alten. - Aspekte der Seherin, Wahrsagerin - Themen der Wilbeth, der Göttin als Mondmutter, die für das Lebensrad, den Lebenskreislauf, übertragen auch für die Themen um Tod und Wiedergeburt und den Seherinnen-Aspekt der Göttin steht.

F. Dank
Die Drei Matronen haben ihre ganz besondere Präsenz in den Trance-Erlebnissen. Es können sehr intensive und auch sehr leichte Trance-Zustände erlebt werden. Alles ist möglich und wie bei allem Trance-Erleben auf die individuellen Bedürfnisse bezogen. So wie auch die Deutungen den Bogen spannen von „drei Damen, die in ihrer Nische sitzen“ bis zu den „Göttinnen, die das Land beschützen“, so vielfältig und verschieden kann der Kontakt in der Trance sein.
Sie laden dazu ein, sich zu ihnen zu setzen. Sie sind mitteilsam und behutsam. Sie überfordern nicht. Sie sind freigiebig und gütig. Ich bin zutiefst dankbar für die vielen Informationen und heilsamen Begegnungen, die ich in meinen Trance-Reisen mit den Dreien erhalten habe. Es ist mir eine große Ehre und Freude, mit meiner Arbeit zu einer hoffentlich bereichernden, nährenden und heilenden Bekanntschaft mit ihnen beizutragen, weit über die Grenzen der Eifel und des Rheinlands hinaus.
Mein besonderer Dank gilt Frau Sophie Lange, die mit ihren umfangreichen Werken mein Interesse geweckt hat, diese Haltung näher zu erforschen.
Dank auch an Ulla Neuner für die vielen intensiven Gespräche und den Austausch zur Erforschung der Haltung sowie an Gudrun Fischer und Christiane Tutschner und die Ausbildungsgruppe zur „Trancearbeit im therapeutischen Kontext“ 2005 bis 2007!

Dezember 2007, Andrea Wild


urheberrechtlich geschützt/21.01.2008/Andrea Wild


Literaturliste (nach der Reihenfolge im Rahmen der Ausarbeitungen)

Lange, Sophie, Manuskript „Nur ein paar olle Steine“, Myrionyma Prima

Cilva, Daniel und Isabella Vella Grogory: The Human Form in Neolithik Malta, ISBN 99932-7-058, Xaghra-Twins-Statuette, Fig. 28 S. 58, the Statues of the Temple Period

Neumann, Erich: Die Große Mutter, Aphrodite mit Granatapfel – Terrakotta, Zypern, 6.-5.Jh.v.u.Z., S. 153, Original im British Museum, London

Hirschberg, Walter (Hrsg.): Neues Wörterbuch der Völkerkunde, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 1988

Josef Franz Thiel: Religionsethnologie, Grundbegriffe der Religionen schriftloser Völker, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 1984

Botheroyd, Sylvia und Paul F.: Lexikon der keltischen Mythologie, München 1992
Dr. Bierekoven, Josef († 1966): Matronenverehrung, ein uralter Kult, Dr. Josef Bierekoven, Heimatkalender des Kreises Euskirchen 1967

Lange, Sophie: Matronenkult und Kultplätze, Ausstellungskatalog „Matronis – Visionen zu einem regionalen Göttinnenkult“

Lange, Sophie: „Wo Göttinnen das Land beschützten“, Matronen und ihre Kultplätze zwischen Eifel und Rhein, Bad Münstereifel, 3. Auflage, 1995
Menge-Güthling: Enzyklopädisches Wörterbuch 1. Teil Lateinisch-Deutsch, Berlin, 1955
Walker, Barbara: „Das Geheime Wissen der Frauen“, Lexikon, Frankfurt a.M., 1993
Nositschka, Gudrun: „Gefährtinnen aus Stein“, Beitrag im Jahrbuch 1997, Kr. Euskirchen

Straffon. Cheryl: The Earth Goddess, Celtic and Pagan Legacy of the Landscape (Die Erd-Göttin, Keltisches und Heidnisches Erbe der Landschaft) Blandford ISBN 0-7137-2644-X

Hoffmann, Heinrich: Zur Volkskunde des Jülicher Landes. 1. Teil: Sagen aus dem Rurgebiet. Eschweiler 1911, 2. Teil: Sagen aus dem Indegebiet. Eschweiler 1914

Simek, Rudolf: Religion und Mythologie der Germanen; Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft / Theiss), 2003

Kutter, Erni: Der Kult der drei Jungfrauen

Lange, Sophie: Göttliche Matronen, heilende Marien und sagenhafte Juffern. In: Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins, Eschweiler 12/1991, Seite 35

Cremer, M.: Was sich die Leute an der Erft erzählen. In: Erftbote 1951, Seite 74 bis 76.

Guthausen, Karl: Sagen und Legenden aus Eifel und Ardennen, Band 2 (Aachen 1994).

Menge-Güthling: Enzyklopädisches Wörterbuch der lat. und dt. Sprache, 1955

Giesler, Friedrich: Artikel „Das Opfer der Ubierinnen“ aus RheinZinn2-2003

Harner, Michael: Der Weg des Schamanen, ISBN 3-499-60144-3





zum Weiterlesen:

Briffault, Robert: The Mothers

Frazer, James G. Der Goldene Zweig

Eliade, Mircea:Yoga, Schamanismus

Gimbutas, Marija: Die Sprache der Göttin

Göttner-Abendroth, Heide: Die Göttin und ihr Heros

James, Edwin O.: Der Kult der Grossen Göttin

Graves, Robert: Die Weisse Göttin

Markale, Jean: Die keltische Frau






















Inhaltsverzeichnis

S. 02 A. Die Drei Matronen und ähnliche Haltungen

S. 02 B. Beschreibung der Matronen

S. 03 C. Geschichtlicher Hintergrund

S. 03 1. Die Dreifache Mutter-Göttin

S. 04 2. Die Verehrung der Drei Mütter in Westeuropa –
Exkurs zu den Drei Bethen und den Madrons

S. 04 2.1. Die Drei Bethen
S. 05 2.2. Die Madrons – Matronen in Britannien

S. 05 3. Geschichte der Matronensteine

S. 06 Das Matronenheiligtum auf der Görresburg

S. 08 4. Bekleidung und Attribute der Matronendarstellungen

S. 09 D. Herleitungen und Deutungen in Bezug auf die Dreiheit,
die Attribute und deren Symbolik

S. 09 E. Die Trance-Haltung der Drei Matronen

S. 09 1. Beschreibung der Haltung

S. 10 2. Drei oder Eine? – Die Trance in der Gruppe oder allein –
Fokus der Trance-Reise

S. 10 3. Bekleidung und Zubehör

S. 11 4. Auswertung - Erfahrungs-Schwerpunkte

S. 12 5. Auswertungen der Trancen hinsichtlich der Sitzposition

S. 12 F. Dank

S. 13 ff Literaturliste und Inhaltsverzeichnis

S. 16 Vorstellungsblatt für die Haltung